Nacktschnecken richtig bekämpfen

Schnecken bekämpfen

Wenn Ihr einen Garten habt, dann kennt Ihr eines der größten Problemtiere mit ziemlicher Sicherheit auch… die Rede ist natürlich von der Schnecke. Genauer gesagt, der Nacktschnecke. Im Internet existieren unzählige Empfehlungen und Seiten zur erfolgreichen Schneckenbekämpfung. Welche davon in unserem Garten zum gewünschten Erfolg geführt haben sowie viele weitere Tipps und Tricks für das loswerden der ungebetenen Gäste, werde ich Euch in diesem Beitrag näher erläutern.

Nacktschnecken

Zuerst sei gesagt, dass es weniger die Schnecken mit Haus sind, die unseren Zier- und Nutzpflanzen auf die Pelle rücken, sondern vielmehr die Nacktschnecken. Die sogenannten Schnirkelschnecken (mit Haus) bevorzugen nämlich in der Regel eher Moose und alte Pflanzen. Aus diesem Grund sollten wir unser Hauptaugenmerk auf die gemeine Nacktschnecke lenken.
Braune Nacktschnecke kriecht über Blumen
Jedes Frühjahr zur Hauptsprießzeit unserer Pflanzen, tauchen die kleinen schleimigen Biester auf und fressen sich einen Weg durch unsere „zum Großteil“ gepflegten Pflanzen. Dabei ist es den Schnecken egal, ob sie gerade eine Lilie oder unsere Erdbeeren verputzen. Nacktschnecken lieben feucht-frische Luft und sind meistens Nachts unterwegs. Sie paaren sich im Herbst oder im frühen Frühjahr und können bis zu 400 Eier unter die Erdoberfläche legen. Ihr merkt also schon, dass man dem „Treiben“ so früh wie möglich Einhalt gebieten sollte, um Herr der Lage zu werden oder auch bleiben zu können.

Unser Garten als Testfeld

In unserem Garten haben wir ein 8 x 3 m großes Nutzbeet und bauen dort seit Jahren im Wechsel diverse Gemüse-, Obst-, und Kräutersorten an. Zu ihnen gehören Bohnen, Tomaten, Kartoffeln, Zucchini, Erdbeeren, Minze, Salbei, Rosmarin, Ruccola etc. Hinzu kommen noch ein Apfelbaum, ein Birnenbaum, ein Pflaumenbaum und viele Himbeerpflanzen. Also eine stolze Anzahl bekömmlicher Geschmacksrichtungen für Schnecken.

Was Nacktschnecken gern mögen

Schnecke frisst Erdbeere

An unseren Nutzpflanzen können wir jedes Jahr aufs neue sehen, dass es vor allem die Zucchinis, Erdbeeren und Bohnen sind, die bevorzugt angegangen werden. Aber auch unsere Lilien, Narzissen und Dahlien werden nicht verschont.

Was Nacktschnecken nicht so gern mögen

Wir konnten bei uns im Garten beobachten, dass Nacktschnecken ebenfalls durchaus wählerisch sein können. Zum Beispiel machen die Tiere bei uns einen Bogen um Kartoffeln, Tomaten und Himbeeren.
Nach Meinung weiterer Hobbygärtner fallen auch Lauch, Knoblauch, Zwiebeln, Lavendel und Schnittlauch unter die Kategorie „nicht so lecker“.

Wie kann man Nacktschnecken bekämpfen?

Jetzt stellt sich einem natürlich die Frage, was kann man tun?!
Wir haben uns zu dem Thema Schneckenbekämpfung lange Zeit schlau gemacht und beschreiben Euch nachfolgend, mit welchen Mitteln wir den Kampf gegen die kleinen Schleimer aufgenommen haben und bisher auch erfolgreich führen.
Zudem werden wir Euch noch weitere hilfreiche Haus- und Industriemittel nennen, die bei anderen Hobbygärtnern geholfen haben.

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Schneckenkorn gegen Schnecken

Schneckenkorn ist meist das am häufigsten favorisierte Mittel, um erfolgreich gegen Schnecken vorzugehen. Beim Einsatz von Schneckenkorn ist es wichtig, es so früh wie möglich einzusetzen. Am besten streut man bereits im März und April. Das reduziert den Bestand meist ordentlich und es bleibt ein großer Befall in den Folgemonaten aus. Ein weiterer Vorteil des frühen streuens ist, dass die Tiere aufgrund von noch nicht so vielen Grünpflanzen, die Köder eher futtern als ständen die Pflanzen bereits in vollem Saft.

Schneckenkorn hilft wunderbar gegen einen Schneckenbefall im Gartenbeet

Als Wirkstoff nutzt die Industrie meist Metaldehyd. Die Eigenschaft des Wirkstoff ist es, dass Körpergewebe der Schnecken zu zersetzen. Das Resultat ist eine stark erhöhte Schleimproduktion, die letztlich zum Tode der kleinen Schleimer führt. Einen Nachteil hat das Zeug allerdings… und zwar ist es nicht dauerhaft regenfest. Ihr müsst also an den zu schützenden Pflanzen öfter und zahlreich Schneckenkorn nachlegen.
Es gilt auch beim Schneckenkorn, dran zu bleiben. Es ist nicht mit dem einmaligen Einsatz getan. Ihr müsst über einen längeren Zeitraum weiter machen. Nur so stellt Ihr eine erfolgreiche Bekämpfung für das entsprechende Jahr sicher.

Hinweis zur Bedeutung für Tier und Umwelt: Die für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln zuständige Bundesanstalt hat dem Mittel bescheinigt, weder der Natur, noch kleineren Tieren zu schaden. Große Mengen sollten aber auch Haustiere nicht zu sich nehmen.

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Schnecken einsammeln

Wenn Ihr kein Problem mit dem Einsammeln von Schnecken habt, ist dies die harmloseste Art, die Tiere los zu werden. Allerdings ist es auch die ekeligste. Wir machen dies nur im Ausnahmefall – und zwar mit Handschuhen oder noch besser, einer speziellen Schneckenzange. Diese Art der Schneckenbekämpfung ist mühsam und lohnt sich nur, wenn es sich nicht um einen starken Befall handelt. Beim Durchstöbern in diversen Foren haben wir den Tipp erhalten, auf das bepflanzte Beet in gleichbleibenden Abständen, Bretter zu legen. Schnecken nutzen diese nämlich tagsüber als Versteck und lassen sich so bequem aufnehmen und entsorgen.
Die Entsorgung: Ihr solltet die Tiere am besten mit einer Gartenschere* zerschneiden. Das hört sich brutal an und ist es auch. Aber anders werdet Ihr die Biester auf Dauer leider nicht los. Die getöteten Schnecken könnt Ihr entweder „im Feld“, auf dem Kompost sowie dem Biomüll entsorgen oder sogar als Köder für andere Nacktschnecken verwenden. Einige Nacktschneckenarten wie die Tigerschnegel, fressen auch gern Ihre Artgenossen. Sobald diese sich dort tummeln, müsst Ihr ihnen lediglich demselben Schicksal zuführen.

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Die Bierfalle

Nicht nur wir Deutschen mögen Bier. Auch auf die heimischen Schnecken übt das Gebräu eine schier magische Anziehungskraft aus. Es handelt sich also um ein rein biologisches Schneckenabwehrmittel :). Wem Bier zu schade als Köder ist, sollte sich den nächsten Tipp durchlesen…Bierfalle gegen Schneckenbefall im Garten
Der Aufbau: Die Bierfalle lässt sich denkbar einfach aufbauen. Ihr müsst lediglich an den zu schützenden Stellen im Garten eine kleine Schale mit abgerundetem Rand im Beet eingraben und dabei ca. einen Zentimeter herausstehen lassen. Anschließend braucht Ihr nur noch ein paar Zentimeter Bier eingießen und ca. 12 bis 24 Stunden warten. Bei uns haben sich die Viecher innerhalb kürzester Zeit über das erfrischende Getränk hergemacht.

Für die, die es interessiert… wir haben Härke-Bier genommen. Jede andere Biersorte sollte es aber auch tun. Da Regen das Bier verwässert und die Wirkung damit vermindert wird, solltet Ihr „wenn möglich“ eine kleine Überdachung über die Bierfalle spannen.

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Weitere Hausmittel zur Schneckenbekämpfung

  • Kaffeesatz um die Pflanzen streuen. Der Geruch und die enthaltenen Bitterstoffe sind den Schnecken zuwider. Dieses Hausmittel ist natürlich nur bedingt verwendbar, da kein Haushalt über genug Kaffeesatz verfügen dürfte, um einen ganzen Garten schützen zu können.
  • Morgens den Boden gießen, damit die Erde Abends wieder trocken und hart ist. Damit macht Ihr den Boden sozusagen „unbekriechbar“. Hierbei handelt es sich wie bei der Kaffeesatz-Lösung, zwar um eine chemiefreie Art der Schneckenabwehr, aber ebenfalls nicht gerade um die praktikabelste.
  • Die Salzfalle: Diese Art Schneckenfalle kam bisher- und wird bei uns sicherlich auch in Zukunft nicht zum Einsatz kommen. Dennoch werden wir hier kurz darauf eingehen. Man braucht nur ein oder zwei Handvoll Salz in die Nähe der zu schützenden Pflanzen streuen (nicht zu knapp) und braucht dann eigentlich nur noch zu warten. Sobald Schnecken die Salzfalle überqueren, wird ihren Körpern die gesamte Flüssigkeit entzogen und die Tiere verenden. Der große Nachteil am Einsatz mit Salz ist aber, dass die Pflanzen in der direkten Umgebung der Falle, diesen auch nicht überleben werden. Das Salz entzieht den Pflanzen und ihren Zellen nämlich ebenfalls das Wasser und damit auch die Lebenskraft. Ihr solltet also die Finger davon lassen.

Schneckenzäune

Auf diese Art der Schneckenbekämpfung gehen wir nur kurz ein, da wir diese in unserem Garten noch nicht praktiziert haben. Schneckenzäune werden aus verschiedenen Materialien wie Kunststoff und Blech hergestellt und besitzen an der Oberkante eine für Schnecken nicht überwindbare Barriere. Dabei handelt es sich meist um einen spitz nach unten geknickten Teil des Materials. Der Aufbau dieser Zäune und Barrieren ist recht aufwändig, sieht unschön aus und muss gewissenhaft und ohne Lücken aufgestellt werden.
Diese Art Zäune gibt es auch in elektrischer Form mit Niederstrom. Die Schnecken kriechen dabei über die stromführenden Leitungen, kehren um, werden aber nicht getötet. Soll helfen, ist aber noch aufwändiger. Lohnt sich unserer Meinung nach für den einfachen Hobbygarten nicht.

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Pflanzen anbauen, die Schnecken nicht mögen

Ihr könntet als letztes Mittel zum Beispiel auch nur Pflanzen anbauen, die Schnecken überhaupt nicht mögen… 🙂 das ist eine von vielen Möglichkeiten, die ungeliebten Tiere vom eigenen Garten fern zu halten – aber wahrlich nicht die beste. Schließlich möchten wir uns nicht von den Schnecken diktieren lassen, was wir anpflanzen sollen und was nicht.

Wir hoffen, dass wir Euch mit unserem kleinen Ratgeber-Artikel einige nützliche Informationen rund um die Schneckenbekämpfung geben konnten und wünschen Euch nun viel Erfolg bei der Jagd! Viele Grüße!

 

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